Ein Workflow ist die technische Abbildung eines Arbeitsprozesses.
Microsoft bietet mit dem SharePoint Server eine ideale Umgebung, um die geschäftseigenen Prozesse dokumentenbasiert abzubilden und mit Hilfe der Workflow Foundation technisch zu automatisieren. Ziel ist letztendlich immer die Einbindung und Benachrichtigung von prozessinvolvierten Personen. SharePoint bringt im Standard einige vordefinierte Workflows mit sich, wie zum Beispiel einen Freigabeworkflow oder einen einfachen Feedbackworkflow.
Häufig gibt es genau diese Prozesse aber so nicht in einem Unternehmen, oder es gibt weitaus komplexere Prozesse (Posteingangsworkflow, Eingangsrechnungsverarbeitung, QM usw.), die mit den bestehenden Workflows nicht abgebildet werden können.
SharePoint Designer
Microsoft gibt dem versierten Benutzer nun ein Werkzeug namens SharePoint Designer an die Hand, mit dem etwas komplexere Workflows ohne Programmierkenntnisse erstellt werden können. Das ist sicherlich für den ein oder anderen kleinen Anwendungsfall eine gute Sache. Sobald aber ein gewisser Komplexitätsgrad des Workflows überschritten wird, stößt man entweder an technische Grenzen oder verliert völlig den Überblick. Die Abbildung eines Workflows im SharePoint Designer ist wegen der verschachtelten tabellarischen Darstellung nämlich nicht ganz optimal gelöst. Hinzu kommt, das es eine Exportmöglichkeit eines einmal erstellten Workflows erst ab der Version 2010 gibt, d. h. ein Workflow musste im 2007er Umfeld für jede relevante Liste/Bibliothek neu erstellt und angebracht werden.
Visual Studio
Komplexe Workflows gibt Microsoft in die Hände des Entwicklers, der mit dem Visual Studio die Anforderungen seines Projektleiters abbilden kann. Auf dieser Ebene kann man nun wirklich die komplexesten Dinge anstellen, man muss allerdings Programmierkenntnisse mitbringen und sich darüber im Klaren sein, das Anpassungen zur Projektlaufzeit aufwendig sind und in der Folge kostspielig werden können.
Nintex
Nintex bietet hier eine Alternative. Nintex integriert einen Designer direkt in das UserInterface des SharePoints und bringt etliche so genannte Activities mit sich, mit denen auch recht komplexe Workflows ähnlich wie in einem FlowChart erstellt werden können. Gibt es Anforderungen, die nicht im Nintex Standard erfüllt werden, so kann man recht einfach so genannte Custom Activities entwickeln und fest in die Nintex Umgebung für die weitere Verwendung in sämtlichen Workflows integrieren. Nintex bietet also eine Mischung aus einem einfachen und übersichtlichen Designer, der es gerade zur Projektlaufzeit ermöglicht, sehr schnell auf neue Anforderungen zu reagieren und die Möglichkeit mit Programmierkenntnissen und dem Visual Studio auch extrem komplexe Anforderungen, mit Entwicklungsunterstützung abbilden zu können. Das alles wiederverwendbar, ex- und importier bar, auch unter SharePoint 2007.
Da ich in meiner täglichen Arbeit als Entwickler bei ecspand Nintex nutze und die Möglichkeiten sowohl auf Seiten des Designers als auch mit dem Visual Studio ziemlich ausreize, möchte ich die Gelegenheit nutzen, hin und wieder einige Tipps und Informationen zu diesem Thema zu veröffentlichen.
Mit diesem einleitenden Beitrag möchte ich den Auftakt machen.


